Große Bauprojekte liegen auf Mallorca im Trend

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Wo es auf Mallorca planungs- und bautechnisch noch etwas „draufzusetzen“ gibt, sind Großinvestoren, vorwiegend aus dem arabischen Raum und Oligarchen aus Russland, schnell bei der Hand. In den letzten Wochen berichtete die regionale und überregionale Tagespresse über verschiedene, aktuell in Planung befindliche Bauprojekte in millionenschwerem Umfang. Unter anderem über die international agierende Hotelkette „Melià Hotels International“, die in Magaluf, westlich von Palma, den Bau eines aus mehreren Häusern bestehenden Großkomplexes beabsichtigt.

Die Melià-Group gehört international zu den zwanzig Globalplayern im Hotelgewerbe mit 350 Hotels in 35 Ländern. Spanienweit gehört das ehemalige Familienunternehmen, das noch bis Anfang des Jahres unter seinem alten Markennamen „Sol Meliá“ firmierte, zu den führenden Unternehmen in der Hotelbranche. Der Konzern erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2010 einen Umsatz von 1,25 Milliarden Euro. Ein unternehmerischer Reingewinn von mehr als 50 Millionen Euro.

MÉLIA-GRUPPE: GETREU DEM MARKENMOTTO IST IN MAGALUF „ALLES MÖGLICH“

Getreu dem Melià Markenmotto: „Alles ist möglich“, sollen in Magaluf sechs am Ort befindliche Hotels wie z. B. das „Mallorca Beach“ und das „Sol Antillas Barbados“ innerhalb von acht Jahren zu einem Riesenhotelressort unter einheitlicher Meliàführung verschmelzen. Das „Mallorca Beach“ wird in der „Pilotphase“ als eines der ersten Hotels saniert. Die örtliche Stadtverwaltung von Calvià befürwortet das Vorhaben. Verspricht sie sich von dem großangelegten Bauprojekt eine städtebauliche Aufwertung des Ortes und eine höhere Gesamtattraktivität Mallorcas als Tourismusdestination.

Dafür ist sie gewillt entsprechende Finanzmittel zur Verfügung zu stellen, die dem Umbau und der Erweiterung der Strandpromenaden und Einkaufszonen von Magaluf dienen sollen. Der ehemalige Bürgermeister von Calvià, Carlos Delgado, seines Zeichens amtierender Tourismusminister unter dem regierenden Balearenpräsident José Ramón Bauzá, befürwortet „die Förderung privater Initiativen“.

BAUPROJKETE SIND FÜR MALLORCAS WIRTSCHAFT VON GROßEM INTERESSE

Der Grund: Für die Inselregierung sind Großbauprojekte wie das in Magaluf ein lukrativer Wirtschaftsmotor. Gelten derartige Bauvorhaben, die den Tourismus perfekt bedienen, als zusätzliche Einnahmen für Staat- und Wirtschaftshaushalt sowie zur Schaffung neuer Arbeitsplätze. Allein der Bau des geplanten Luxus-Ressorts in Canyamel (Gemeinde Capdepera), das sich ein Investor aus Katar gut 100 Millionen Euro kosten lässt, und das bis 2014 realisiert werden soll, könnte rund 250 Menschen langfristig wieder in Lohn und Brot bringen.

Damit nicht genug: Auch die Gemeinden profitieren immens. Dem Verwaltungsdistrikt von Capdepera fließt durch die Erteilung der notwendigen Baugenehmigungen zusätzliches Geld zu. Geld, das den leeren Kassen der amtierenden Inselregierung neuen Handlungsspielraum gibt, um eigene Projektvorhaben wie z. B. den Umbau des Kongresspalastes in Palma zu refinanzieren.

Immer wieder kam es bei diesem Bauprojekt in der Vergangenheit zu Verzögerungen, im Juni sogar zu einem dreimonatigen Baustopp. Grund: Die Inselregierung steht bei der beauftragten Baufirma Acciona mit einem zweistelligen Millionenbetrag in der Kreide. Und das, obwohl die Zentralregierung in Madrid rechtzeitig die benötigten Finanzmittel zur Verfügung gestellt hatte.

LANDESREGIERUNG HEBT BAUVERBOT FÜR SIEBEN GEBIETE AUF MALLORCA AUF

Um Klagen auf Entschädigungszahlungen anderer Bauträger, in einer Gesamthöhe von knapp 950 Millionen Euro zu entgehen, und die Bau- und Tourismuswirtschaft zu beleben, hat sich die mallorquinische Landesregierung darauf verständigt, in sieben Siedlungen auf Mallorca, das bestehende Bauverbot aufzuheben. Dafür soll noch bis zum Jahresende eine entsprechende Gesetzesgrundlage ausgearbeitet und im Parlament verabschiedet werden. Auf Basis dieser Gesetzesinitiative könnten schon im kommenden Jahr bereits begonnene Immobilienprojekte wie z. B. der Bau von Luxusapartments und Luxusvillen in den Gemeinden Andratx (Cala Blanca, Montport) und Pollenca (Cala Carbó) weiter fortgesetzt werden.

Allein für diese Bauvorhaben drohen der Landesregierung anderenfalls Entschädigungszahlungen in Höhe von mehr als 265 Millionen Euro. Das berichtet die Mallorca Zeitung in ihrer Onlineausgabe vom 18. Oktober 2011. Ebenfalls in Planung ist der befindliche Ausbau der Playa de Palma im Süden von Mallorca. Dort könnte in Zukunft ein gigantisches Einkaufs- und Vergnügungszentrum entstehen.

(c) Onlineredaktion Luxus-Feriendomizile
Text: Vivien Langner-Lemanski
Bildquelle: (c) Luxus-Feriendomizile.de-Redaktion